Müll sparen,  Unterwegs

Sauber trinken

Einweg-Wasserflaschen aus Plastik und To-go-Becher für Kaffee oder Tee sind zwei der größten Buhmänner, wenn es um Plastikmüll im Alltag geht. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass sie einzeln ja sehr klein und „unschuldig“ wirken und man sie unterwegs überall mal eben schnell bekommen kann. Und so werden laut der deutschen Umwelthilfe in Deutschland fast 3 Milliarden Einwegbecher und 16 Milliarden Plastikflaschen pro Jahr verbraucht! Betrachtet man also die großen Massen, die täglich einmal genutzt und dann weggeschmissen werden, wird schnell klar, dass hier ein Wandel stattfinden muss.

Ich glaube, dass mittlerweile die meisten Menschen in Deutschland eigentlich eine wiederverwendbare Trinkflasche besitzen. Was aber oft fehlt, ist die Angewohnheit, diese auch dabeizuhaben. Zum Sport steckt man sie ein und auf eine Wanderung vielleicht auch noch. Aber im Alltag, auf dem Weg zur Arbeit, in der Stadt, beim Einkaufen, auf dem Spielplatz..? Viel trinken ist wichtig und Durst bekommt man halt überall.

Bei uns in der Familie hat mittlerweile jeder seine eigene Trinkflasche. Leider vergesse aber auch ich immer mal wieder, meine mitzunehmen. Mit der Flasche vom Kleinen klappt das irgendwie besser. Vielleicht weil ich innerlich immer eine kleine Liste durchgehe, wenn ich seine Sachen für unterwegs packe. Und auf die Liste gehört auch fest seine Wasserflasche. Wenn ich für mich zusammenpacke, habe ich auch eine Liste. Auf der stehen: Portmonee, Handy, Schlüssel, Taschentücher. Die Wasserflasche ist da leider noch nicht komplett etabliert aber ich arbeite daran: Sie hat nun einfach einen festen Platz in meinem Rucksack bekommen und ich räume sie nur ab und zu kurz raus, um sie aufzufüllen.

    

Es gibt viele verschiedene Trinkflaschen zu kaufen, aus Metall (Edelstahl, Alu), Glas – oder Plastik. Deluxeversionen sind z.B. die Edelstahlfaschen von Kleankanteen (hat bei uns nur der Kleine) oder die Glasflaschen von Soulbottles. Beide sind eher teuer, dafür aber ethisch vorbildlich produziert. Ich habe eine Edelstahlflasche von 360degrees aus dem Outdoorladen. Die war etwas günstiger. Zum Sport oder zum Autofahren kann man noch einen Sportaufsatz draufschrauben. Mein Freund bleibt bei seiner Decathlon-Aluflasche und ist damit zufrieden.

Wenn du mit deiner Trinkflasche unterwegs bist, kannst du mittlerweile in vielen Städten in Deutschland das tolle REFILL nutzen. Läden, Bars, Cafés etc., die an ihrer Eingangstür den REFILL-Aufkleber haben, bieten an, deine Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser aufzufüllen. Die Läden, die an REFILL teilnehmen, findest du direkt auf der Webseite. Ziel der Aktion ist es, den Müll, der in der Stadt durch die Verwendung von Einmal-Plastikflaschen entsteht, zu verringern. Außerdem wollen die REFILL-Initiatoren über die gute Qualität des Leitungswassers in Deutschland aufklären und die Akzeptanz von Leitungswasser als Trinkwasser steigern. Kann ich nur unterstützen!

Quelle: refill-hannover.de

Kaffee oder Tee zum mitnehmen gibt es ja an jeder Ecke und ist für viele – auch für mich – eine ganz tolle Sache! Leider werden dafür aber immer noch viel zu viele dieser Wegwerfbecher verwendet. Die Becher sind ja außen aus Pappe aber von innen leider mit einer dünnen Plastikschicht bezogen, damit sie nicht durchweichen. Dazu gibt es einen Plastikdeckel und oft noch ein kleines Umrührstäbchen aus Plastik. Nach dem Gebrauch landen sie meistens in einem Mülleimer irgendwo an der Straße – hier hat der Gedanke an Recycling, das für diese Verbundstoffbecher ohnehin kaum funktioniert, keine Chance.

Dabei gibt es richtig schicke wiederverwendbare Becher! Es gibt Becher aus den verschiedensten Materialien, mit und ohne Thermofunktion. Becher, die komplett dicht verschließbar sind und solche, die nur einen weichen Silikondeckel haben. Für mich ist der verschließbare Thermobecher morgens in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit unverzichtbar. Und weil er mit mir schon so viel rumgekommen ist und Erinnerungen in sich und seinem Kaffeeduft trägt, gebe ich ihn auch trotz seiner dicken Beule nicht mehr her.

Der andere Becher – mehr „to-go-mäßig“ – ist aus nem Bambus-Mix und wandert in meinen Rucksack, wenn es auf den Markt, in die Stadt oder sonstwo hin geht, wo man sich einen Kaffee zum mitnehmen holen könnte. Die Optik der Becher finde ich persönlich auch irgendwie wichtig; wenn ich einen Gegenstand regelmäßig verwenden möchte hilft es, wenn er schön ist! Und weil sie so schick und gleichzeitig sinnvoll sind, eignen sich die Becher auch toll als Geschenk…

   

Auch hier glaube ich, dass die meisten Leute schon mindestens einen Becher im Schrank stehen haben. Aber da bleibt er dann auch gerne stehen, wenn man loszieht… 😉 In Hannover gibt es für diesen Fall das Hannochino-Pfandsystem. Die Hannoveraner Abfallbetriebe aha und verschiedene größere und kleinere Unternehmen haben sich zusammengetan und ein To-go-Becher-Pfandsystem entwickelt. Viele Cafés, Läden, Bäckereien und Marktstände machen dabei mit. Für 2,- Pfand bekommst du deinen Kaffee in einem Mehrwegbecher, den du dann auch an einer der anderen Stationen wieder abgeben kannst. Eine Karte aller teilnehmenden Läden findest du hier.

Quelle: www.hannochino.de

Ich finde, das ist ein tolles System. Ein ähnliches System gibt es z.B. mit RECUP unter anderem in den Städten Hamburg, München, Heidelberg und Wolfsburg. Unterstützt bzw. initiiert werden die Pfandsysteme meistens durch die Umweltbehörden der Städte oder im Rahmen von Nachhaltigkeitskampagnen.

Wie sieht es denn in deiner Stadt aus? Gibt es schon ein Pfandsystem? Falls nicht, lohnt es sich sicher, mal danach zu fragen oder sich sogar dafür einzusetzen, dass eines etabliert wird!

Dass man mir den mitgebrachten Becher irgendwo nicht befüllen wollte, habe ich übrigens noch nie erlebt! Einige Bars und Cafés geben sogar eine Vergünstigung oder es gibt zwei statt einen Punkt auf der Rabattkarte!

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