Müll sparen,  zu Hause

Nachhaltige Einrichtung

In Zeiten schwedischer Möbelhäuser und immer wieder wechselnder Wohntrends ist es manchmal gar nicht so einfach, auch einen Blick für die Nachhaltigkeit in der Wohnungseinrichtung zu behalten. Dabei hat es viele Vorteile, sich nach nachhaltigen – also ressourcenschonenden und langlebeigen – Alternativen umzusehen! Wie nachhaltiges Wohnen für uns funktioniert und warum ich so begeistert davon bin, habe ich dir hier einmal aufgeschrieben.

Wenn wir neue Möbel oder Haushaltsgeräte brauchen, versuchen wir uns an vier „Nachhaltigkeitskriterien“ zu halten. Dieses sehr simple Konzept hat sich im Laufe der vergangenen Jahre bei uns eingeschlichen und ganz wunderbar bewährt:

1. Hinterfragen

2. Selber machen

3. Gebraucht kaufen

4. Neu, hochwertig, langlebig und (wenn möglich) regional kaufen

Hinterfragen

Wenn einer von uns auf die Idee kommt, dass wir ja nun ein bestimmtes Möbelstück brauchen, dann überlegen wir erstmal gemeinsam, ob das denn wirklich so ist.

Denn manchmal ist es viel, viel befreiender, ein Möbelstück NICHT zu haben, als es zu haben. Und sich zu überlegen, ob man die Dinge, die man da gerne drin aufbewahren möchte, nicht eigentlich auch gar nicht braucht 😉

Wir haben zum Beispiel zu zweit nur einen Kleiderschrank, der nicht mal besonders groß ist. So besitzt und lagert jeder nur ganz bewusst die Kleider, die er wirklich mag und regelmäßig trägt. Wir kaufen Kleidung dadurch sehr bewusst und in Maßen, was sowohl den Geldbeutel, als auch Ressourcen schont 🙂 Auf diese Weise führt die nachhaltige Wohnentscheidung (wir kaufen uns keinen zweiten oder größeren Kleiderschrank) zu weiteren nachhaltigen Überlegungen!

Selber machen

Einige unserer Möbel haben wir (oft gemeinsam) selbst gebaut. Das waren tolle DIY-Projekte, bei denen wir viel Spaß hatten. Vor allem unser Bett aus Holzbalken und unseren Couchtisch aus Paletten sind super geworden. Wir lieben beide Möbelstücke sehr und dadurch, dass einiges an Arbeit in ihnen steckt, haben sie einen besonderen Wert. Der Palettentisch ist ja gleichzeitig ein Upcycling-Projekt, was ich besonders schön finde. Hier muss man bloß darauf achten, Paletten zu nehmen, die nicht mit giftigen Stoffen sondern mit Hitze (Kürzel HT auf der Kennzeichnung) behandelt sind.

Der Palettentisch auf Rollen ist ein toller Couchtisch und war für unseren Kleinen sogar eine super Lauflernhilfe!

Möbel selber bauen ist ja bei weitem nicht jedermanns Sache. Manchmal kann man aber auch alten Möbeln ein neues Gesicht geben, indem man sie ein wenig überarbeitet. Das habe ich zum Beispiel mit einem Schreibtischstuhl gemacht, den ich meinem Freund geschenkt habe – ich habe seine ollen Sitzpolster mit einem schönen Stoff bezogen und nun sieht er wirklich klasse aus 🙂 Ansonsten kann machen lassen auch eine Option sein – von einem Tischler oder Polsterer vor Ort.

Gebraucht kaufen

Wir sind absolute ebayKleinanzeigen-Fans 🙂 Wir kaufen da alles Mögliche. Eben auch Möbel, wenn wir etwas brauchen. Zum Beispiel unsere Ikea-PS Kommode. Oder Kinderbett, Kinderstuhl und Wickeltisch für den Kleinen (okay, der Wickeltisch musste noch DEUTLICH überarbeitet werden). Man findet wirklich gute, gepflegte Sachen für einen kleinen (bis mittleren) Preis. Und – was ich besonders wichtig finde – man schont Ressourcen! Denn man kauft etwas, das schon gekauft wurde und es muss nichts neues hergestellt werden. Auch Flohmärkte und Trödler sind natürlich eine tolle Quelle für gebrauchte Möbel – manche Trödler arbeiten diese dann sogar noch richtig schön auf!

Unter „gebraucht“ fallen außerdem von der Verwandtschaft oder von Freunden geerbte Möbel. Das sind bei uns auch eine ganze Menge. Vor allem Schränke und Kommoden aber auch eine tolle alte Holztruhe von einem Hamburger Umzugsunternehmen.

Sehr alt, sehr stabil und sehr geliebt….

Neu und hochwertig

Wenn wir über die Kriterien „Selber machen“ und „Gebraucht kaufen“ nichts schönes für uns finden, dann greift Kriterium Nr. 4. Dann schauen wir nach einem neuen Möbelstück. Hier ist uns dann wichtig, dass es ein solides und hochwertiges Stück ist, das lange bei uns bleibt. Die Materialien sollten natürlich sein, denn das finde ich ganz wichtig für das Wohlfühlklima. Holz, Metall und Baumwolle fühlen sich einfach viel besser an, als Polyester, Plastik und Pressspan.

Bei uns sind so unser Sofa von Sitzfeldt und der Esstisch von Maik (New Work) eingezogen. Das Sofa ist in Europa gefertigt, hat ein Eichengestell, der Bezug ist ein Stoff aus Italien mit 73 % Baumwolle. Die Firma vertreibt ausschließlich online im Direktvertrieb (es gibt ein paar Showrooms, z.B. in Köln und Hamburg), deshalb sind die Preise völlig okay.

Unseren Esstisch hat Maik aus Braunschweig gemacht und wir sind total begeistert. Seine Werkstatt hat er in einem Dorf in unserer Nähe und verwendet regionales Holz aus dem Harz, das aufgrund seiner Maserungen („Fehler“) aus dem kommerziellen Möbelbau aussortiert wurde. Dabei machen diese Maserungen den Tisch wunderschön einzigartig und lebendig! Falls du Interesse hast, findest du Maiks Shop New Work hier bei Etsy.

Auf diesem Tisch kann man Tango tanzen! Er wird uns noch lange begleiten (und vielleicht auch unsere Enkelkinder)…

Natürlich sind solche hochwertigen und regional gefertigten Möbelstücke etwas teurer, als „Fast Furniture“ vom Möbelschweden. Aber durch die Kombi unserer drei „Nachhaltigkeitskiterien“ sparen wir an anderer Stelle so viel Geld ein (!!), dass diese einzelnen Investitionen absolut drin sind. 

Unseren Ikea-Kleiderschrank, den wir vor ca. 5 Jahren neu gekauft haben, würde ich in diesem Artikel am liebsten unterschlagen 😉 Würden wir so nicht wieder machen, zumal der auch immer mehr auseinanderfällt. Aber du siehst – es ist ein Prozess!

…. nachhaltig – auch für uns!

Das System der vier „Nachhaltigkeitskriterien“, das wir in Bezug auf unsere Wohnungseinrichtung fahren, hat für uns drei ganz entscheidende Vorteile:

1. Es schont die Ressourcen unseres schönen Planeten

2. Es spart viel Geld

3. Wir müssen uns keine großen Sorgen über Schadstoffe in den Möbeln machen

4. Fast jedes Möbelstück hat seine Geschichte und eine Bedeutung für uns 🙂

Die Kriterien sind übrigens völlig unabhängig davon, was für ein Wohntyp du bist oder welchen Möbelstil du bevorzugst. Second-hand oder nachhaltig produzierte und hochwertige Möbel gibt es für jeden Geschmack 🙂

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesem Artikel dazu inspirieren, dich für deine Einrichtung ein wenig umzusehen und hier und da auf nachhaltige Lösungen zu setzen. Es lohnt sich, ein wenig Zeit und viel Herz in deine Möbel zu stecken – denn du hast sie fast jeden Tag um dich 🙂

Hast du noch weitere Ideen für eine nachhaltigere Wohnungseinrichtung? Wie läuft das bei dir zu Hause? Ich freue mich sehr über Kommentare und Anregungen zu dem Thema!

2 Comments

  • Kathi

    Sperrmüll! Funktioniert in Hannover nicht so gut, da es keine festen Termine gibt, aber manchmal stehen doch richtig schöne Sachen auf der Straße. Unser Küchentisch z.B. ☺️

    • Anna

      Super Tipp Kathi!! 😊
      Da findet man durch Zufall wirklich manchmal nette Sachen – wir haben einen unserer Stühle mal von den Nachbarn „abgefangen“, als er auf den Sperrmüll sollte. Jetzt ist er neu bezogen, ein bisschen nachgeschraubt und sieht richtig hübsch aus 👍🏼

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